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Archive für Januar 2007
Mehr Klarheit über Therion
31.01.2007 von roger.
In meiner vorigen Notiz habe ich darüber geschrieben, dass in Therion bestimmte Symbole nicht aus der Zeichnung in den fertigen Höhlenplan übernommen werden. Ein paar weitere Spielereien mit dem Programm sowie die Korrespondenz mit einem der Autoren haben ergeben, dass es sich wohl doch nicht um einen Fehler der Software handelt - zumindest nicht direkt.
Bei der fraglichen Höhle, die ich in einem Plan darstellen wollte, handelt es sich im Wesentlichen um ein Felsdach, das um einen Felsen herum geht. Die beiden Enden des Abris sind durch einen Höhlengang verbunden, der direkt den Felsen durchquert. Aufgrund dieser besonderen Form kann Therion nicht erkennen, was innerhalb und was außerhalb der Höhle liegt. Dadurch blendet es die Elemente aus, die seiner Ansicht nur im Innern liegen dürfen. Zum Glück kann man dieses automatische Verhalten mit der Option -clip off von Hand übersteuern. Dieses Argument jedoch für alle irrtümlich ausgeblendeten Elemente händisch nachzutragen, entbehrt nicht eines gewissen Aufwands. Der Algorithmus, der für die Erkennung von Innen und Außen verantwortlich ist, ist zweifellos verbesserungswürdig. Insgesamt halte ich Therion bislang jedoch für ein cleveres Stück Software, das es ermöglicht, Höhlenpläne komplett am Rechner zu zeichnen. Adé, ihr ständig verstopften und kleckernden Tuschestifte!
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Experimente mit Therion
25.01.2007 von roger.
Ich habe ein wenig mit dem Snapshot 20070125 (und zuvor mit einigen früheren Versionen) des interessanten Vermessungsprogramms Therion experimentiert. Als “Spielwiese” diente mir ein PC mit Debian Etch. Das Kommandozeilenprogramm therion sowie der grafische Editor xtherion ließen sich sofort und ohne Probleme compilieren.
Hartnäckiger war der recht neue 3D-Viewer “loch”, der auf das visualization toolkit (vtk) aufsetzt. Nach einigen Experimenten wurde klar, dass die vorgefertigten vtk-Pakete für Debian Linux schlicht und einfach kaputt sind. Ich habe sie deinstalliert und mir stattdessen den Quellcode von vtk heruntergeladen und diesen selbst compiliert. Tipp: In dem Menü von cmake auswählen, dass man vtk als statisches Binary bauen möchte. Und siehe da: Nun konnte der Compiler auch den Code von loch anstandslos verdauen.
Loch ist ein ziemlich flotter 3D-Betrachter für Vermessungsdaten. Selbst Lechuguilla Cave lässt sich als schönes räumliches Modell auf den Bildschirm holen und ohne allzu schlimmes Geruckel drehen, zoomen usw.
Aus einem derzeit noch nicht nachvollziehbaren Grund funktioniert jedoch die Übernahme von bestimmten Symbolen (etwa dem für Boden- oder Deckenstufen) aus dem Map Editor von xtherion in das fertige PDF-Dokument nicht mehr.
Dafür ist in der Entwicklerversion bereits die von mir verfasste deutsche Übersetzung der Ressourcendatei enthalten. Es ist anzunehmen, dass man mit der nächsten stabilen Version von Therion dann auch als “normaler” Anwender in Deutsch beschriftete Höhlenpläne erzeugen können wird.
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Katastersitzung in Laichingen
20.01.2007 von roger.
Dieser Nachmittag sah Gerhard und mich auf dem Weg nach Laichingen, wo im Rasthaus über der Tiefenhöhle die diesjährige Katastersitzung stattfand. Außer uns waren noch etwa 30-40 andere Höhlenforscher gekommen.
Ritschi, der Katasterführer, stellte zur Eröffnung die aktuelle Statistik vor, laut der z.Z. 2778 unterirdische Hohlräume auf der Schwäbischen Alb registriert sind. 109 davon sind künstlich. Immerhin 86% aller Hohlräume sind mit Höhlenplänen dokumentiert. Im “Geschäftsjahr” 2006 waren 17 neue Objekte hinzugekommen. Im Rahmen einer Softwareumstellung konnten Karteileichen und falsche Einträge bereinigt werden.
Mit dem Thema Software ging es im nächsten TOP auch gleich weiter. Vorgestellt wurden ganz kurz einige grundlegende Ideen für ein Internet-basiertes speläologisches Informationssystem. Dieses soll eines Tages Höhlenforschern und Wissenschaftlern die Möglichkeit bieten, Daten aus Höhlen mit anderen Daten zusammenzuführen, statistisch auszuwerten und die Ergebnisse grafisch zu visualisieren. Vorarbeiten werden im Rahmen einer Dissertation geleistet, doch wann dieses System einsatz- und alltagstauglich sein wird, kann noch niemand sagen.
Stellvertretend für ihre Teams berichteten verschiedene Kameraden über laufende größere Forschungsprojekte. Zentral ging es natürlich um die beinahe schon unvermeidliche Vetterhöhle und die Blautopfhöhle, aber auch die letzten Resultate aus der Laierhöhle kamen auf den Tisch. Gerade für die Löcher in Blaubeuren sind die Perspektiven für spektakuläre Neuentdeckungen sehr rosig.
Die Weitergabe von Höhlendaten an Behörden im Zusammenhang mit dem Biosphärenreservat Schwäbische Alb war ein weiterer Punkt. Die Menge und der Detaillierungsgrad der Daten ist jedoch noch unklar, so dass das Ergebnis der Diskussion lautet “Im Prinzip ja, aber…” erst müssen die nächsten Gespräche abgewartet werden.
Ein bisschen kontrovers ging es bei der Frage zu, wie man mit der Umbenennung und Nummerierung von Höhlen umgehen soll, wenn mehrere Einzelhöhlen zu einem System zusammengeschlossen oder Karteileichen aus dem Kataster entfernt werden. Richtlinien gibt es keine bis auf die Empfehlungen des australischen Höfo-Verbandes. Inwieweit diese auf älblerische Verhältnisse übertragen werden können, wird die Praxis wahrscheinlich sehr bald zeigen. Kandidaten für den nächsten Zusammenschluss gibt es schon…
Nach knapp zwei Stunden endete die Sitzung und während sich die anderen für die nachfolgende Delegiertenversammlung des Landesverbandes für Höhlen- und Karstforschung fit machten, düsten Gerhard und ich wieder ins gute, alte Heubach.
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Immer wieder Sonntags…
16.01.2007 von roger.
…erwacht das Entdecker- und Forscherfieber! Am vorgestrigen Sonntag Nachmittag steuerten Irene und ich den Teußen- und Falkenberg bei Essingen an, wo Irene zuvor bei einem Spaziergang eine höhlenverdächtige Stelle ausfindig gemacht hatte. Die Ortsbesichtigung ergab, dass wir uns wahrscheinlich nicht zuviel von dem Objekt versprechen dürfen, es aber im Sommer genauer begutachtet werden muss. Wir nutzten unsere Präsenz vor Ort, um einen Steilhang und einen Felsriegel nach Höhlen abzusuchen, was leider zu keinem positiven Ergebnis führte. Mit ein paar Fotos und den GPS-Koordinaten im Kasten, traten wir die Weiterfahrt zu unserem nächsten Ziel an.
Bei Oberkochen befassten wir uns damit, den Eingang der Brunnenhöhle zu lokalisieren für eine Aktion in der warmen Jahreszeit. Dieses Vorhaben gelang auf Anhieb, was auch darauf zurückzuführen ist, dass seit dem Sommer der Hang rabiat bis aufs Unterholz gerodet worden ist. Der kleine Felsen mit dem Eingang ist daher nicht mehr zu übersehen. Ich bestimmte die Koordinaten und kurze Zeit später saßen wir wieder im Auto.
Der letzte Halt war an der Schreiberhöhle, wo wir uns das Resultat der Sanierungsarbeiten anschauten, über die in einer Pressemitteilung des Landratsamtes Heidenheim berichtet worden ist. Über dem Eingangsschacht steht jetzt eine Art Käfig aus Beton und wuchtigen, vollverzinkten Stahlrohren. In solch eine Konstruktion könnte man wahrscheinlich Säbelzahntiger, King Kong oder das Monster von Loch Ness einsperren - da hat sich jemand bei der Ausgabe von Steuergeldern nicht lumpen lassen! Ich behaupte, dass das alte Gitter auch gereicht hätte, um die Fledermäuse vor ungebetenen Besuchern im Winter zu schützen und Unfälle unerfahrener Höhlengeher zu vermeiden. Diskreter in die Landschaft eingefügt hat sich der alte Verschluss allemal. Noch ein paar Fotos im Lichte der untergehenden Sonne und die Tour nahm ihr Ende.
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Erste Tour des Jahres!
07.01.2007 von roger.
Pünktlich zur Kaffeezeit bin ich von der ersten Höhlentour in diesem Jahr zurückgekehrt. Irene und ich versuchten, in den aufgelassenen Steinbrüchen an der Spielburg auf dem Hohenstaufen eine kleine Höhle zu finden, die der verstorbene Gmünder Höfo R. Kreuz in einer Tagebuchnotiz vom 19.09.1970 erwähnte. Der Notiz legte er auch eine Planskizze und eine Lageskizze bei. Aus der Lageskizze wurde ich aber nie richtig schlau. Nach einem Vergleich mit dem Satellitenbild wurde mir aber schließlich klar, wo sich das Loch befinden muss: An der östlichen Wand des westlichen Steinbruchs.
Unsere Recherche vor Ort brachte aber nur winzige Spalten ans Licht, die allenfalls für kleinwüchsige äthiopische Zwergpygmäen befahrbar sind. Im fraglichen Teil des Steinbruchs liegen zwei kaum begrünte und deshalb wahrscheinlich nicht sehr alte Felsstürze. Vermutlich ruht der Eingang der kleinen Höhle tief unter dem Hangschutt.
Im östlichen Steinbruch (in dem die Vereinskneipe des Schützenvereins steht) stöberten wir die Trümmer einer einstmals reich versinterten Höhle auf. Die Reste sind stark verbrochen und wie man an dem aus der ursprünglich senkrechten Lage gekippten Wandsinter erkennt, ist die Gesteinsscholle der Spielburg erst nach dem Einsetzen der Verkarstung in ihre heutige Position abgestürzt. Auch die an den Wänden des westlichen Steinbruchs pappenden Reste der Füllung zerstörter Karstspalten sind ein Indiz dafür, dass die Verkarstung älter ist als der Absturz der Gesteinsmassen. Vielleicht könnte man mittels radiometrischer Methoden das Alter des Sinters messen und eine Zeitmarke für den Bergsturz und den Abbau des Albtraufs schaffen?
Fazit: Kein Neuland, aber dafür etwas Bewegung an der frischen Luft bei geradezu frühlingshaften Temperaturen!
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Höhlenblog eingerichtet
07.01.2007 von roger.
Nach anfänglicher Skepsis, ob der Blog-Hype zu besserem als nur jeder Menge Informationsmüll im Netz führen würde, habe ich festgestellt, dass es inzwischen etliche Perlen mit nützlichen Mitteilungen gibt. Weiterhin ist es auch nicht zu verachten, dass solch ein Blog ein nützliches Instrument darstellt, um rasch kurze Berichte und Mitteilungen zu publizieren, ohne erst einen HTML-Editor anwerfen und eine neue Seite in die Site-Struktur einfügen zu müssen.
Ich will hier künftig über Höhlentouren, Veranstaltungen und Ideen berichten, die vielleicht für den einen oder anderen vom “Höhlenvirus” befallenen “Leidensgenossen” von Interesse sind. Die Kommentarfunktion lasse ich erst einmal eingeschaltet, solange Spam und Müll in den Kommentaren nicht überhand nehmen. Rückmeldungen sind immer willkommen!
In diesem Sinne: Glück tief!
Roger
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