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Archive für August 2007
Wer hat es an der Teufelsklinge krachen lassen?
18.08.2007 von roger.
Am Wochenende wurde ich von befreundeten Höfos auf merkwürdige Löcher im Bachbett vor dem Teufelsklingenbröller aufmerksam gemacht. Die Löcher sind kreisrund, haben ca. 3 cm Durchmesser und eine unterschiedliche Tiefe. In einigen pappen die Reste einer Masse, die als Sprengzement gedeutet wird. Die Anordnung der eindeutig künstlichen Löcher lässt darauf schließen, dass irgend jemand versucht hat, das Bachbett durch Sprengungen tiefer zu legen und den Wasserspiegel im 1. Siphon abzusenken. Bei den Forschungsaktionen in den 80er und 90er Jahren waren uns die Löcher nicht aufgefallen. Sie müssen in den letzten 10 Jahren angebracht worden sein.
Die anwesenden Kameraden nahmen diesen Fund mit Missfallen zur Kenntnis. Jedem, der meint, in dem Naturdenkmal Teufelsklinge massive Eingriffe vornehmen zu müssen, sei empfohlen, sich besser nicht erwischen zu lassen. Von Seiten der organisierten Höhlenforscher wird das nicht akzeptiert!
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Fotosession in der Höhle “Haus”
12.08.2007 von roger.
Mittagessen auf dem Waldfest bei der Albvereinshütte auf dem Rosenstein und als die akustische Umweltbelastung durch das Gedudel der Musiker überhand nahm, flüchtete ich in den Untergrund. Genau gesagt, steuerte ich die Höhle “Haus” an. Nach dem vorsichtigen Aufstieg über den vom Regen aufgeweichten und sehr rutschigen Pfad zum Eingang, baute ich in der Höhle das Fotostativ auf und machte mich ans Werk.
Ich machte zahlreiche Langzeitbelichtungen mit dem natürlichen Tageslicht, das durch den Eingang einfiel. Die Ergebnisse gerieten gut, obwohl der Weißabgleich ziemlich knifflig war wegen des durch das Laub der Bäume gefilterten bzw. von den moosgrünen Wänden reflektierten und deshalb stark grünlichen Lichts.
Außerdem nahm ich mehrere Belichtungsreihen vom Blick durch den Eingang ins Freie auf. Diese sollen später zu DRI– bzw. HDRI–Bildern vereinigt werden. Um den hohen Dynamikumfang zwischen dem dunklen Erdinneren und der taghellen Außenwelt zu bewältigen, waren Belichtungszeiten zwischen 8 Sekunden und 1/500 Sekunde notwendig bei Blende 8 und ISO 100/21. Leider wurden die am längsten belichteten Teilbilder durch Streulicht bzw. Reflexionen im Objektiv mehr oder weniger verdorben. Eine große Schwäche des Olympus ZD 14-45! Einen Teil der Fotos konnte ich gleich wieder löschen. In den nächsten Tagen wird sich zeigen, ob sich mit dem Rest etwas anfangen lässt.
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Unterholz-Befahrung im Remstal
11.08.2007 von roger.
Am späteren Samstag Nachmittag machte ich mich auf den Weg zur Tischhöhle bei Lorch. Entdeckt hatte ich das Loch schon im vorletzten Winter und es auch kurze Zeit später zusammen mit Peter vermessen. Beim Reinzeichnen des Plans fiel mit aber auf, dass einige Daten möglicherweise nicht ausreichten. Diesen Mangel beabsichtigte ich bei der jetzigen Aktion abzustellen.
Das Auto wurde zwischen Lorch und Kirneck abgestellt und der Marsch in die weglose Wildnis angetreten. Schon damals im Winter war mir klar gewesen, dass das Gelände im Sommer ein ungewöhnlich mühsam zu durchdringender Verhau aus Gestrüpp, moderndem Totholz und matschigen Wassergräben sein würde. So war es dann auch. Ich wurde schon lange vor Erreichen der Höhle nass und dreckig wie nach einer ordentlichen Tour. Ein paar mal brüllte ich meinen rasch wachsenden Ärger lauthals in den Wald.
In der Tischhöhle angekommen, stellte ich jedoch zu meiner Zufriedenheit fest, dass die Daten sehr gut und kaum Korrekturen erforderlich waren. Nach der zeichnerischen Aufnahme der Änderungen und einigen Fotos, wurstelte ich mich zügig wieder aus dem pitschnassen Wald hinaus und fuhr nach Hause.
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Lehmwühlen!
04.08.2007 von roger.
Kurz nach acht Uhr morgens machte sich das SEK (Speläologisches Einsatzkommando) von der Ostalb, bestehend aus Irene und mir, auf den Weg auf die Blaubeurener Alb. Das Ziel war, zusammen mit den Freunden von der Arge Grabenstetten eine (legale und behördlich genehmigte!) Grabung in der …höhle in Angriff zu nehmen. Gegen halb zehn kamen wir am Wanderparkplatz oberhalb von … an und stapften fertig eingerödelt zur Höhle. Die Mitstreiter Martina, Felix, Christian und Reinhard trafen wenige Minuten später ein.
Mit etwas Gefummel und Gerüttel öffneten wir den Verschluss wenige Meter im Inneren der Höhle und zogen ein bereit liegendes Stromkabel bis nach draußen. Felix machte es sich im Freien gemütlich und beaufsichtigte das Stromaggregat, das wiederum im Höhleninnern die mit dem Kabel verbundene “Luftpumpe” antreiben sollte. Wir anderen schlängelten uns durch die verschiedenen Engstellen, kraxelten Kletterstellen hoch und durchschritten ab und an geräumige Passagen, bis wir in ca. 250 m Tagferne das Einsatzgebiet erreichten. In einer kleinen Halle vor dem “Sargdeckel” hängten wir einen ausrangierten Staubsauger an einen langen Schlauch, der die verbrauchte Luft aus der Grabungsstelle am Höhlenende absaugen sollte. Das funktionierte im Übrigen ganz gut; man konnte deutlich fühlen, wie unter der Decke frische Luft von weiter vorne nachströmte und die Abluft ersetzte. Die Grabungsstelle kam nach weiteren vielleicht 30 m und lag am Ende eines Krabbelganges.
Reihum rückten wir dem Sedimentstopfen aus Ton und Feinsand am Höhlenende auf die Pelle. Einer buddelte und füllte den Abraum in einen kleinen Wagen, den die anderen von einer Person zur nächsten weiter nach vorne schoben und kurz vor dem Staubsauger in der Halle ausleerten. Wir wechselten uns in unregelmäßigen Abständen ab, so dass jeder an jeder Station einmal zum Einsatz kam.
So flogen die Stunden bei eifriger Arbeit, aber auch Spaß und guter Laune dahin. Irgendwann nach der Mittagspause quittierte der Staubsauger seinen Dienst. Kein Strom mehr auf der Leitung! Wir machten aber in Ruhe weiter, bis die Luft in dem abfallenden Schluf zu muffig geworden war. Von einer echten Gefahr durch das Kohlendioxid war aber bei Weitem noch nichts zu bemerken. Aber es war nun schon später Nachmittag und das Hacken, Schaben und Scharren in dem niedrigen Raum forderte sogar von unseren jungen Speläos seinen Tribut. Es ist schwer zu sagen, wie viel Neuland wir in dieser Zeit der Höhle abgetrotzt hatten. Vielleicht einen Meter, kaum mehr.
Wir packten unsere sieben Sachen und begaben uns auf den Weg nach draußen. Gegen 17 Uhr blinzelten wir wieder ins Tageslicht. Wie wir feststellten, hatte das Aggregat beim Nachtanken den Stromkreis unterbrochen, ohne dass sich der Motor abgeschaltet hatte. Dadurch war es Felix erst viel später aufgefallen, dass wir gar keinen Strom mehr bekamen.
Nach dem Ausrödeln und dem Verladen der Ausrüstung traten wir auf verschiedenen Wegen die Heimreise an. Wir kommen wieder!
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